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Das Tagebuch eines SCII-Spielers #3

Bronze, Silber, Gold, Platin und Diamant – dass sind die fünf Sprossen auf der Leiter zum SCII eSport-Erfolg. Wie schon erwähnt durchläuft man anfangs (nach seinen optionalen 50 Trainingsspielen) insgesamt fünf Probespiele, die festlegen in welcher Liga man für den Ruhm der Protoss, Zerg oder Terraner in die Schlacht ziehen wird. Je mehr Spiele man gewinnt, desto mehr Punkte verdient man sich – und je mehr Punkte man hat, desto höher ist der Rang den man in seiner Division hat. Wenn man es dann auch noch schafft, den ersten Platz in seiner Division lange genug gegen die Team-eigenen Kontrahenten zu verteidigen, kann man damit rechnen irgendwann in eine bessere Liga aufzusteigen. Manche Leute brauchen für den Sprung von Bronze auf Silber nur eine Handvoll Matches  – andere, wie meinen Waffenbruder und meine Wenigkeit… 100 Matches. An dieser Stelle würde ich ganz gerne eine Textstelle von der Rückseite der im Handel erhältlichen StarCraft II-Spielbox zitieren:

Führen Sie erbarmungslose Kriege gegen Ihre Freunde und Feinde im gesamten Battle.net. Egal, ob Sie zum ersten Mal online spielen oder ein Veteran mit Mehrspielererfahrung sind, die unübertroffene Gegnerzuweisungstechnologie des Battle.net stellt sicher, dass Sie sich immer in einem fairen Kampf wiederfinden.

Zwei Begriffe stechen einem hier besonders ins Auge: Unübertroffene Gegnerzuweisungstechnologie und fairer Kampf. Diese hundert Matches haben wir größtenteils damit verbracht, uns gegen übermächtige Platin- und Diamant-Gegner zu behaupten.  Hundert verdammte Spiele, die nun bei mir und meinem leidgeprüften Partner Vietnam-artige Flashbacks hervorrufen. Man möchte meinen, dass der Aufstieg von Silber auf Gold ebenso lang gedauert hätte, nicht wahr? Ganz im Gegenteil. Zehn müde Spiele später fanden wir uns in der Gold-Liga wieder. Battle.nets fantastische Gegnerzuweisungstechnologie überrascht den durchschnittlichen  SCII-Spieler (und ganz besonders mich) immer wieder.

Mittlerweile bin ich mir relativ sicher, dass die Gegnerzuweisungstechnologie im Prinzip nur ein glorifiziertes Riesenschaltpult in einem großen Käfig voller tollwütiger Affen ist. Das macht die Verzweiflung geringfügig einfacher zu ertragen.

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Das Tagebuch eines SCII-Spielers #1

Wenn man so könnte wie man wollen würde, dann wäre man fähig Berge zu versetzen. So oder so ähnlich muss wohl der inoffizielle Leitspruch von Blizzards Battle.net lauten, denn die Leute die einem das Matchmaking bei StarCraft II teilweise vor die Nase setzt sind ein Witz. Ein sehr depressiv machender, irrsinnig gut spielender Witz.

Aber ich beginne wohl besser am Anfang: Wenn man StarCraft II online spielen möchte, dann hat man in jeder Liga, von Solo bis 6vs6, fünf Platzierungs-Matches offen, die einen dann in so einer Liga platzieren. Von Bronze bis Diamant, von den blutigen Anfängern bis hin zu der absoluten Elite, ist wirklich alles dabei. Wenn man dann mal seinen festen Platz in einer der Ligen (Bronze, wie ich in meinem Fall zugeben muss) eingenommen hat, dann versucht Battle.nets Matchmaking-System Gegner von ungefähr gleichem Skill auszuwählen.  Das klingt alles sehr ausgeglichen und gut balanciert – ist es aber bei weitem nicht.

Auf jedes paar Bronze- bzw Silber-Gegner gegen den ich und mein Verbündeter in den Boden stampfen, gibt es mindestens drei Platin-Spezialisten die uns Battle.net gleich danach auf den Hals hetzt. Natürlich kann es auch sein dass ich tatsächlich ein so exzellenter SCII-Spieler bin und deshalb nur Leute aus der Platin-Liga eine Chance gegen mich haben… aber meine Statistiken singen ein ganz anderes Lied. Zum Glück verliert man wenigstens nicht allzuviele Punkte durch eine Niederlage, aber irgendwo geht der Spaß flöten. Der Spaß, und die Motivation weiterzumachen, wenn man knapp nach dem Bau seines ersten Gebäudes auch schon den Gegner in seiner Basis findet – da er sein Lager direkt vor dem einzigen Eingang aufgeschlagen hat.

Aber wie soll man lernen, wenn nicht durch Verluste? Dennoch, wenn sie weniger erniedrigend wären, dann würden vermutlich mehr aufstrebende eSportler durchhalten.  Wenn man so könnte wie man wollen würde…

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